November vor 100 Jahren:

Alle 123 Oppositionsabgeordneten im 535 Sitze umfassenden italienischen Parlament verloren ihre Mandate, und es wurden Haftbefehle gegen sie erlassen. Ein Schritt zum Faschismus in Italien.

Das erste Patent für den in Sprühdosen verwendeten Aerosol-Sprühbehälter wurde dem norwegischen Chemieingenieur Erik Rotheim erteilt für „Verfahren und Mittel zur Zerstäubung oder Verteilung flüssiger oder halbfester Stoffe“ . [ 

November vor 75 Jahren:

Papst Pius XII. hält eine Ansprache vor der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, in der er die Urknall-Theorie als vereinbar mit der Schöpfungsgeschichte anerkennt.

 

November vor 50 Jahren:

Am 16. November 1976 bürgerte die DDR den Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann während einer Konzertreise in der Bundesrepublik aus. Dies löste eine Welle des Protests unter ostdeutschen Kulturschaffenden und den Beginn einer tiefen gesellschaftlichen Krise in der DDR aus.

Am 13. November 1976 fand die große Anti-AKW-Demonstration („Brokdorf II“) mit rund 30.000 Teilnehmenden am Kernkraftwerk Brokdorf statt, die in schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei mündete

November vor 25 Jahren:

Die Bremer Eigentümerin von 240 Wohnungen in der Magdeburger und Leipziger Straße  Achims will diese verkaufen. Die Häuser sind verwahrlost. Zum Verkauf kommt es später nicht, sondern zu einer Zwangsversteigerung, bei der ein türkischer Investor die Stadt Achim aussticht. Die blockiert jedoch seine Sanierungspläne, kauft ihm für einen Millionenbetrag die Immobilien ab und lässt die Hochhäuser  „Servicehaus“ und „Schwarzer Container“ abreißen.

 

Der Prozess um die Explosion des Thedinghäuser Hotels Braunschweiger Hof am 24.Juli 2000 mit drei Toten und einer Schwerverletzten unter den Hotelgästen bestimmt nach wie vor die Schlagzeilen. Der Prozess enthüllt, dass der griechische Hotelbesitzer hochverschuldet war, Versicherungsschulden mit Darlehen aus der Lebensversicherung bezahlte, die Bank wenige Tage vor der Explosion mit Zwangsversteigerung der Immobilie drohte, die er hochversichert hatte.

Schreckliche Szenen und Großeinsatz der Rettungskräfte in Ottersberg. Nach einer religiösen Feier in Privaträumen erleiden plötzlich 54 Frauen und Kinder Übelkeit, Magenkrämpfe, Durchfall und Schmerzen. Wie später festgestellt wird, handelt es sich um eine Lebensmittelvergiftung, hervorgerufen durch das eingenommene Gericht Reis mit Huhn.

In Oyten tritt Gemeindedirektor Hans-Joachim Hartmann nach acht Jahren in den Ruhestand. 1973 hatte seine kommunale Karriere in der Achimer Stadtverwaltung begonnen und wurde mit dem Aufstieg zum Leiter des Bauverwaltungs- und planungsamtes, zum Stadtkämmerer, Dezernenten und Stellvertreter des Stadtdirektors fortgesetzt. Bei der Neuwahl des Stadtdirektors 1993 war es eigentlich bei den Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat nur eine Formsache, dass der hochgeschätzte Hartmann (SPD) Stadtdirektor werden würde. „Falsche Freunde“ sorgten jedoch in der Wahlkabine dafür, dass er scheiterte und wählten den unbekannten CDU-Kandidaten Dr. Hellermann.
Hartmann fand danach seine Bestätigung in Oyten.

 Historische Reise durch Achim

Das neue Geschichtsheft bietet wieder eine breite Themenpalette

Achim. Das Geschichtsheft Nr. 30 der Geschichtswerkstatt Achim ist erschienen. Auf 60 Seiten mit einer breiten Themenpalette berichtet Manfred Brodt über die Geschichte der berühmten Achimer Brotfabrik, von Simonsbrot und Lieken bis zu den Produzenten von Schuhcreme oder Nudeln und einem tschechischen Multimillionär sowie Regierungschef und dem Ende. Hans Joachim Wuthe, Layouter des Geschichtsheftes, schließt an mit einem Überblick über das ganze Quartier nördlich der Eisenbahn an mit den Firmen für Brot, Honigkuchen, Möbel, Grabmale und die Achimer Gaswerke. Egon Lindermann erinnert unter der Schlagzeile „Vom Dach der Welt zum Weserhang“ an die Achimer Athenstaedt-Stiftung, die in einer Region des indischen Himalaya Bildung, Ausbildung und Lebenschancen der Bevölkerung tibetanisch-buddhistischer Prägung fördert.  Auch „Weserblick und Weserterrassen im Wandel der Zeiten“ beleuchtet er.

 Reiner Aucamp beschreibt in seinem Artikel „Ohne Wasser kein Leben“ die Wasserwerke des hiesigen Trinkwasserverbandes. Reinhard Dietrich präsentiert eine der ältesten Landkarten unserer Region, Roswitha Geßner erzählt ihre besondere deutsch-deutsche Lebensgeschichte, während Werner Esdohr die zwischen Bäumen verborgenen „Drei Krieger“ der ehemaligen Steubenkaserne glossiert.

Einen breiten Raum nehmen das Ende des Zweiten Weltkriegs und des NS-Terrors in Achim ein, heute vor 80 Jahren. Ralph Spill führt detailliert durch die Geschichte der Achimer Synagoge „vom Gotteshaus zur Ruine und vom Lagerraum zum Mahnmal“, während Edith Bielefeld einen Brief des Achimer Juden Kurt Anspacher/Curt Parker nach seiner Befreiung vor 80 Jahren vorstellt unter dem erschreckenden Titel „Ich wäre froh, wenn ich im KZ geblieben wäre, dann wäre alles vorbei.“

Klaus Ulrich erzählt in seinen Beiträgen, wie er als Achimer Junge das Kriegsende inklusive Sprengung der Ueser Brücke erlebte und wie er erstmals Russen begegnete.

Das neue Achimer Geschichtsheft ist in den Achimer Buchhandlungen Hoffmann und Bücherwurm sowie der Touristinfo für sechs Euro zu haben.

Das Buch bricht das Weltgeschehen zum Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur auf die Ebene des Landkreises Verden herunter und berichtet von Zerstörungen und Opfern. Die Anfänge und Ursachen diesen wahnsinnigen Weltenbrands, der von deutschem Boden ausging und einer menschenverachtenden Ideologie folgte, werden dabei nicht vergessen.

Das Ende des Schreckens